Die Wahl des Fasses entscheidet oft darüber, welchen Weg ein Destillat einschlägt, und im Fall dieses 12-jährigen Glendullan führt dieser Pfad direkt in die Arme intensiver Bourbon-Süße. Es ist die Verbindung aus schottischer Tradition und der Wirkung amerikanischen Eichenholzes, die hier eine bemerkenswerte Balance findet und den Charakter der Speyside auf präzise Weise unterstreicht.
Historische Tiefe aus dem Herzen der Speyside
James Eadie präsentiert mit dieser Abfüllung einen Single Malt, der 2013 in der Glendullan Distillery destilliert wurde und zwölf Jahre lang in zwei First Fill Bourbon Hogsheads reifte. Das Etikett mit seiner klassischen Illustration erinnert an die Ära der 1920er Jahre und zitiert historische Berichte über die Einführung der legendären Porteous-Mühle, die bis heute als Symbol für unverwüstliche Handwerkskunst gilt. Mit einer Limitierung auf lediglich 665 Flaschen weltweit ist dieser Whisky eine Hommage an die klassische Schule der Whiskyherstellung, abgefüllt ohne Kühlfiltrierung und in seiner natürlichen Farbe.
Ein Zusammenspiel von Sahnebonbon und edler Eiche
Im Glas zeigt sich der Malt in einem warmen Goldton (C5), während das Bouquet sofort von intensiver Vanille, malziger Süße und fruchtigem Blütenhonig geprägt wird. Am Gaumen entfaltet sich eine vollmundige Textur, die an Sahnebonbons und helle Früchte erinnert, getragen von einer kräftigen Fassstärke von 52,3 % Vol. Der Nachklang bleibt langanhaltend und komplex, wobei feine Holztannine einen eleganten, leicht trockenen Kontrapunkt zur anfänglichen Cremigkeit setzen.
Authentischer Genuss in kräftiger Fassstärke
Dieser Glendullan richtet sich an Kenner, welche die unverfälschte Kraft eines Single Malts schätzen, der mit hoher Intensität direkt aus dem Fass kommt. Aufgrund des hohen Alkoholgehalts empfiehlt es sich, den Tropfen zunächst pur bei Zimmertemperatur zu verkosten und anschließend mit wenigen Tropfen Wasser zu experimentieren, um die vielschichtigen Bourbon-Nuancen weiter zu entfalten. Es ist eine Einladung für Momente, in denen man sich Zeit nimmt, die handwerkliche Geschichte einer der traditionsreichsten Regionen Schottlands im Glas zu erkunden.